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Jean-Pierre Bertrand Lebenslauf

Jean-Pierre Bertrands musikalischer Ansatz
Jean-Pierre Bertrand Lebenslauf
1969, im Alter von 14 Jahren beschloss Jean-Pierre Bertrand, sein Studium des klassischen klaviers abzubrechen, um sich dem Blues- und Boogie-Woogie-Piano zuzuwenden. Wind der Revolte im Mai 68, pubertäre Krise, Hunger nach Freiheit und Improvisation, Bedürfnis nach der Erweiterung eines zu formalen Horizonts bei der Interpretationsarbeit klassischer Musik. Viele Gründe bewegten Jean-Pierre dazu, einen neuen Weg einzuschlagen, die er jedoch als ihm zutiefst eigen empfand.

Mit dem Klavier, Begegnung von akustischem, melodischem, rhythmischen und harmonischem Instrument, und einer besonderen, von "Feeling" geprägten Energie eignete er sich eine Musikkultur an, die nichts Europäisches oder Weisses hat, da Blues und Boogie im Wesentlichen Schwarze und afroamerikanische Shöpfungen sind. Anfangs Gospel, dann Arbeitsgesang und rhytmisches Lied der Arbeitssklaven zu Beginn des letzten Jahrhunderts im Süden der USA, ist der Blues eine Mischung von Genres.

Jean-Pierre Bertrand will die verschiedenen Facetten von Gefühlen ausdrücken, mal süss, weiblich und zart, mal hitzig, roh und viril. Das charakteristische Tempo der linken Hand ist ein Moment der Faszination. Die Bestandteile von Jean-Pierre Bertrands Musik sind Rhythmus, Tempo, schöpferische, Energie, Freude, Leidenschaft, Überwindung der Belanglosigkeiten.

In der Tat nutzt Jean-Pierre innerhalb eines wiederkehrenden Themas von 12 Takten die Motive der Farbpalette, die ihm das Instrument, das Klavier, zur Verfügung stellt.

Durch die Hämmer, die die Saiten anschlagen, gelingt es, einzigartige rhythmische Aspekte zu erzeugen. Ruhig oder gewalttätig, das sind, wie Marguerite Yourcenar sagte, die Schwingungen der Jazzmusik.

Die Improvisation, die einer spontanen Kreativität in Blues und Boogie-Woogie entstammt, wird in den Jazz-Standards eingesetzt. Die originellen Melodien werden in das Schema des Blues oder des Boogie-Woogie integriert und schenken ihnen ein neues Leben.

Dieser sehr starke Lebensdrang ist der eigentliche Kern der musikalischen Rede von Jean-Pierre Bertrand. Erneuerung, Aufbruch, Wiederkehr, Bewegung, Aktion und die besessene Suche nach Lebendigkeit in Widerspruch zur Vergänglichkeit allen Seins. Der Geist der Musik ist ewig, universelle Architektur, die den Schwingungsgesetzen gehorcht und Spannung und Entspannung. Vorwegnahme und völlige Überrachung miteinander verknüpft.

Der Rhythmus des Boogie-Woogie basiert auf den vitalen Schwankungen des menschlichen Herzschlags. Das mässige Tempo des Ballade gründet auf Ruhe, und starke Erregung treibt zu einem zeitweise rasenden Tempo, sodass der Zuhörer sich wiedererkennen kann.

Der Boogie-Woogie, direkte und verständliche, weil melodische Rede, entstand in den städtischen Ballungszentren der USA und wurde zur sicher dynamischsten Form des Jazz, die es je gab. Ausdruck der Hoffnung des Musiker und zugleich der wunderbaren Ernergie, die mit dem Wunsch einhergeht, zu schenken, Freude zu bereiten, zu lieben und zu ermutigen.



 
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